Jugendtörn Sportamt Thurgau
von Nicola Möckli (Kommentare: 0)
Abenteuer auf Vellamo: Vom Erkunden Amsterdams bis hin zum Entdeckungsurlaub durch das Wattenmeer – eine faszinierende Reise voller Segeln, Strandspaziergänge und neuen Freunden.
Text: Malin
Fotos: Nicola
Nach 11 Stunden Nachtzugfahrt kamen wir mit mehr oder weniger Schlaf in Amsterdam an. Wir erkundeten die Stadt und lernten uns gegenseitig besser kennen. Mit sündhaft teuren Taxis fuhren wir nach Den Oever. Nachdem wir die Vellamo eingerichtet hatten, wurde die Crew in ein Einkaufs- und ein Chillerteam aufgeteilt. Das Einkaufsteam hatte sicherlich den anstrengenderen Job, denn bis zum nächsten Laden waren es über eine halbe Stunde Fussweg.
Da einige noch nie auf einem Segelschiff gewesen waren, nutzten wir unseren ersten Tag auf dem IJsselmeer für ein paar Übungsmanöver. Dabei ging auch unser Fender Thomas mehrmals über Bord und musste jeweils wieder gerettet werden. Seine Bergung war nicht immer ganz einfach – teilweise hatten wir bis zu 24 Knoten Wind.
An unserem zweiten Segeltag durften wir mit «schiffgemachten» Pancakes in den Tag starten. Der Wind tobte nicht mehr so stark wie am Vortag, dafür regnete es zwischendurch immer wieder leicht. Das hielt uns jedoch nicht von einem kurzen Badestopp mitten auf dem IJsselmeer ab. Erfrischt konnten wir anschliessend die Segel für die Weiterfahrt nach Makkum setzen.
Für die Fahrt aufs Wattenmeer am Dienstag mussten wir etwas früher starten. Uns erwartete eine vollgequetschte Schleuse. Dank Tamaras professionellen Manövrierung konnte die Vellamo jedoch unbeschadet aufs Meer fahren. Zunächst tuckerten wir unter Motor übers Wasser. Die ganze Crew sass an Deck und genoss die Sonne im Gesicht. Nach einem schnellen Mittagessen konnten endlich auch die Segel gesetzt werden. Der Wind zog immer mehr auf und die Wellen wurden ebenfalls grösser. Der grösste Teil der Crew freute sich über etwas Action. Unser Ziel war der Hafen von Oudeschild auf der Insel Texel. Dort waren viele andere Gäste, darunter auch eine deutsche Musikgruppe, die eine öffentliche Tanzstunde veranstaltete. Nach den vielen verschiedenen und ziemlich anstrengenden Tänzen konnten wir uns noch etwas entspannen, während Nicola uns die Geschichte der Vellamo erzählte.
Nachdem es am Abend zuvor ziemlich spät geworden war, konnten wir etwas länger schlafen. Zum Frühstück gab es sogar frische Gipfeli. Für den Tag standen einige sportliche Aktivitäten auf dem Programm. Mit gemieteten Fahrrädern fuhren wir auf die andere Seite der Insel. Der Veloweg führte durch einen schönen Wald, der zum Glück etwas Schatten spendete, denn es herrschten 30 Grad. Nach rund 45 Minuten Fahrt erwartete uns ein wunderschöner Sandstrand. Die Wellen waren perfekt zum Reinspringen und auch die Wassertemperatur war sehr angenehm. Für die Rückfahrt wurde die Crew in eine langsame und eine schnelle Gruppe aufgeteilt. Während die eine Hälfte gemütlich zurückfuhr und noch einkaufen ging, raste der Rest einmal um die halbe Insel – in einem Tempo, welches nur Nicola halten konnte. Nach dieser anstrengenden Fahrt brauchten wir eine kalte Dusche und konnten uns dann bei einem Input über die Gezeiten etwas erholen. Um 19 Uhr waren wir bereit zum Ablegen. Wir tuckerten ein Stück hinaus und konnten Tausende von Quallen beobachten. Neben einer für uns unsichtbaren Sandbank ankerten wir. Die Küche wurde sofort in Betrieb genommen und im Nu standen Spaghetti und Brownies auf dem Tisch. Bei Sonnenuntergang sprangen wir ins bereits dunkle Wasser und hofften einfach, keiner Qualle zu begegnen. Als es schliesslich ganz dunkel war, genossen wir die frischen Brownies an Deck. Unter dem Sternenhimmel fuhren wir anschliessend wieder zurück in den Hafen.
Auch am Donnerstag starteten wir gemütlich in den Tag. Erst um halb eins legten wir ab und assen unsere Zmittagsbrötli während dem Segeln. Die Fahrt auf dem Wattenmeer war noch entspannt, doch auf der Nordsee durften wir dann die typischen Nordseewellen erleben. Der Wind liess uns allerdings etwas im Stich, weshalb wir unter Motor in den Hafen von Den Helder fahren mussten.
Für unseren letzten Segeltag mussten wir bereits um 8 Uhr ablegen. Der Tag war deutlich kühler und wir holten wieder unsere Jacken hervor. Auch dieses Mal war die Schleuse kein Problem und wir erreichten am Mittag wieder unseren Startpunkt in Den Oever. Aus unseren Resten zauberten wir noch alles Mögliche fürs Mittagessen. Danach wurden die Musikboxen aufgedreht und der Grossputz konnte beginnen. Als Belohnung gab es Znacht in einem Fischimbiss im Städtchen. Während unsere beiden Ü30-Skipper Vögel beobachteten, liefen wir lieber zum Supermarkt und liehen uns drei Einkaufswagen aus. Zum Abschluss mussten wir natürlich noch ein letztes Mal baden gehen – sogar bei Sonnenuntergang.
An unserem letzten Morgen auf der Vellamo löste Nicola noch sein Versprechen ein: Jeder durfte auf den Mast gezogen werden und die wunderschöne Aussicht geniessen. Dieses Mal wollten wir ein bisschen Geld sparen und anstatt Taxis die ÖV nutzen. Dank der drei Einkaufswagen voll mit Gepäck war auch der Weg zur Busstation nicht allzu anstrengend. Um 13 Uhr kamen wir in Amsterdam an. Dort wurden wir von der Canal Parade überrascht, die gerade in vollem Gange war. Das hielt uns jedoch nicht davon ab, ausgiebig shoppen zu gehen. Die berühmten Pommes durften aber natürlich auch nicht fehlen, weshalb wir eine Zvieripause einlegten. Auf unserer Rückreise in die Schweiz genossen wir noch die letzten Stunden unseres tollen Lagers und blickten auf viele schöne Erlebnisse zurück.
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